Entwicklung von Wissenschaft und Zivilisation

Entwicklung von Wissenschaft und Zivilisation

Eine Regierung, an deren Spitze jemand wie Imaam Mahdi (a) steht, dem die Tore zu Wissen und Kenntnis offenstehen - und zwar zu einem Wissen, das sogar mehr als dreizehnmal größer und weitreichender ist als das der Propheten und Awliaa[1] - wird natürlich auch hinsichtlich Wissenschaft und Fortschritt Erstaunliches leisten und in der Welt der Wissenschaft, Kultur und Technologie zu ungeahnten Umwälzungen führen.

Mit anderen Worten: Das Verständnis für Wissen und Wissenschaft, zu dem Imaam Mahdi (a) der Menschheit verhilft, ist nicht zu vergleichen mit dem in unserer Zeit und folglich ebenfalls nicht die Fortschritte und wissenchaftlichen Erkenntnisse, die während seiner Regie gemacht werden.

Ganz abgesehen davon, dass der Mensch seiner Zeit sehr viel mehr noch als heute an Wissen und Kenntnis interessiert ist.

Das Streben nach Wissen, Erkennen und Verstehen in jenen kommenden Tagen wird so immens sein, dass sich selbst die noch ganz jungen Menschenkinder so intensiv mit dem Wort Gottes und den Grundlagen und Themen der göttlichen Religion befassen, dass sie - trotz ihrer Jugend - in der Lage sind, selbstständig und ohne Schwierigkeiten die göttlichen Weisungen aus dem Heiligen Koran herauszuarbeiten.

Auch auf den Gebieten Industrie und Technologie werden gewaltige Fortschritte gemacht. Und wenngleich in diesbezüglichen Riwaayaat auf Details dieser Erfolge nicht eingegangen wird, ist doch insgesamt aus ihnen von erstaunlichen Entwicklungen, die sich u.a. auf dieser Ebene zeigen werden, zu erfahren.

Beispielsweise aus Riwaayaat, in denen es heißt:

Im Westen kann man seinen Bruder, der sich im Osten befindet, sehen... Imaam Mahdi (a) ist während seiner Ansprachen von allen Menschen, wo diese auch immer sein mögen, zu sehen... Die Gefährten Mahdis (a) können aus der Ferne miteinander sprechen und einander hören... Die Dinge im Hause erstatten Bericht... Auf Wolken reisen und schweben sie hierhin und dorthin...

Diese und etliche weitere Aussagen, von denen einige auf Wunderähnliches hinzuweisen scheinen, geben Kunde von den großen Umwälzungen jener kommenden Tage.

Die Riwaayaat stellen die Welt in der Zeit Imaam Mahdis (a) als eine sehr kultivierte, zivilisierte und auf dem Gipfel der Macht und des wissenschaftlichen Fortschritts stehende Welt dar. Technologie und Industrie jener Tage werden vor der Technologie und Industrie unserer Zeit einen meilenweiten Vorsprung haben, ähnlich wie die heutige Technik und Industrie mit der vergangener Jahrhunderte nicht zu vergleichen ist.

Zudem: Zwischen dem Fortschritt in der Zeit Imaam Mahdis (a) und dem unserer Tage gibt es einen gravierenden Unterschied. Dieser Unterschied beruht darin, dass industrieller und wissenschaftlicher Fortschritt der heutigen Welt die menschliche Gesellschaft in kulturelle und moralische Dekadenz treibt. Je größer Wissen und Kenntnis des heutigen Menschen werden, umso mehr scheint er von Menschlichkeit und menschlichen Werten Abstand zu nehmen und in Verderb und Skrupelosigkeit, bis hin zu Vernichtung und Völkermord, zu versinken.

In Mahdis (a) Zeit aber wird das Gegenteil der Fall sein. In gleichem Maße, wie sich der Mensch seinem wissenschaftlichen und industriellen bzw. technologischen Höhepunkt nähert, vertieft und vervollkommnet sich seine menschliche und ethische Reife.

In der Herrschaftszeit Imaam Mahdis (a) wird, infolge der Durchführung himmlischer Programme, die menschliche Persönlichkeit dergestalt reifen, dass man glauben könnte, der Mensch, der dann sein wird, sei völlig anderer Wesensart als der früherer Zeiten.

Dem Menschen, der sich vormals um schnöden Geldes willen nicht einmal scheute, das Blut seiner nächsten Angehörigen  zu vergießen, erscheint in den Tagen Mahdis Geld und Gold so wertlos und niedrig, dass er es als Schmach und erniedrigend empfindet, danach zu streben oder gar darum zu bitten.

Allen Ernstes: Die Regie Imaam Mahdis (a) führt zur Entwicklung und Vervollkommnung von Geist und Moral. In jener Zeit reifen die menschlichen Begabungen, Fähigkeiten und Qualitäten.

Das, was zuvor geschah, geschah infolge Torheit und geistiger Unreife des Menschen. In jenen kommenden Tagen aber wird die Menschheit zu geistiger Reife finden und Moral, Denken, Wünschen und Wollen werden von Reife geprägt sein.

Dies ist eine Verheißung. Eine große Verheißung, die sich in der Zeit Mahdis "Herrschaft der Gerechtigkeit" verwirklichen wird.

Ein Geschenk, das keine Regierung, in keiner Zeit und nirgendwo zuvor, der menschlichen Gesellschaft hatte machen können.

 

a) Entwicklung von Wissenschaft und Technologie

Imaam Ssaadiq (a) tat kund:

"Wissen und Wissenschaft betreffen siebenundzwanzig Ebenen. Das, was die Propheten brachten, sind nur zwei davon. Lediglich über diese beiden hat der Mensch Kenntnis. Wenn unser Qaa`im (a) erscheint, wird er die übrigen fünfundzwanzig bekanntmachen, fördern und sie gemeinsam mit den beiden früheren - also insgesamt siebenundzwanzig - in der menschlichen Gesellschaft verbreiten."[2]

Aus der Riwaayat geht hervor, dass Wissen und Kenntnis des Menschen, so erfolgreich dieser  diesbezüglich auch heute schon sein mag, in der Zeit der Regie Imaam Mahdis (a) mit einem Male dreizehnmal mehr als bisher anwachsen werden. Und wenn wir ein wenig genauer hinhören, stellen wir fest, zu welch erstaunlichen Fortschritten die Wissenschaft in jenen Tagen gelangen wird.

Imaam Baaqir (a) sprach:

"Das Wissen über das Buch des Allmächtigen Gottes und die Sunna des Propheten (s) lebt und gedeiht im Herzen unseres Mahdis. Ähnlich wie das Gedeihen der Pflanzen unter besten Reifebedingungen.

Wer von euch die Zeit Imaam Mahdis (a) miterlebt und ihm begegnet, wird bei der Begegnung mit ihm sagen: "Friede sei mit dir, du Sohn aus dem Hause der Barmherzigkeit und Prophetschaft, des Wissens und der göttlichen Mission..."[3]

Auch sagte er:

"Diese Aufgabe (die islamische Weltregierung) obliegt jenem, dessen Alter (zu Beginn seines Imaamats) geringer als das von uns allen (von uns Imaamen), dieweil das Denken an ihn herzerfreulicher ist als das an uns alle. Gott gibt ihm Wissen und Kenntnis und überläßt ihn niemals sich selber."[4]

In einem anderen Zusammenhang sagte Imaam Baaqir (a):

"Jener Imaam, der mit Koran, Wissen und Macht versehen ist, ist von uns."[5]

Diese Riwaayat ist ein Hinweis auf "den Schlüssel" zu Fortschritt und Reife der Menschheit, denn nur der kann die Gesellschaft in Richtung Entwicklung und Glück führen, der über dreierlei verfügt:

über das göttliche Gesetz, das dem Menschen zu seiner Vervollkommnung verhilft,

 über Wissen, das zu des Menschen Wohlergehen eingesetzt wird,

über Macht und Stärke, mittels derer Unheilstifter und alle, die Reife und Vervollkommnung der Menschheit verhindern wollen, beseitigt werden können.

Imaam Mahdi (a), der Imaam und Regierende der Zeit aber, ist im Besitze dieser drei Voraussetzungen.

Mit anderen Worten: Ihm wird die Regie über die Welt obliegen, und ganz abgesehen davon, dass er die Menschheit den Gipfel des Wissens - einschließlich der Technologie - erreichen läßt, ihr zu ihrer geistigen, menschlichen und moralischen Reife verhelfen.

In diesem Zusammenhang sei als Beispiel auf einige Riwaayaat hingewiesen, die über die wissenschaftliche und technologische Entwicklung in der Zeit der Regie Imaam Mahdis (a), des Imaam der Zeit,  Kunde geben:

Imaam Ssaadiq (a) teilte bezüglich der Kommunikationsmöglichkeiten in den Tagen Imaam Mahdis (a) mit:

"In der Herrschaftszeit Imaam i Qaa`ims (a) wird der Gläubige im Osten seinen im Westen weilenden Bruder sehen können. Ebenso wie der Gläubige im Westen seinen im Osten seienden Bruder sehen kann."[6]

Die Aussage in dieser Riwaayat ist beispielsweise angesichts der Erfindung des Bildtelefons durchaus vorstellbar. Darüber aber, ob diese Errungenschaft soweit ausgedehnt werden wird, dass jedermann auf Erden sie nutzen kann oder aber ein entwickelteres System an die Stelle des Bildtelefon treten oder aber ob eine völlig andere Möglichkeit, die die bisherigen weit überragt, gegeben sein wird, ist gegenwärtig Genaues nicht zu sagen.

In einer anderen Riwaayat wird folgende Mitteilung Imaam Ssaadiqs (a) überliefert:

"Wenn sich unser Qaa`im (a) erhebt, wird Gott das Seh- und Hörvermögen unserer Schi`ah erhöhen. Und zwar soweit, dass der Imaam über eine Entfernung von vier Farssang[7] hinweg mit seinen Anhängern sprechen kann und sie ihn hören können."[8]

Mufadhdhal ibn Umar befragte Imaam Ssaadiq (a) nach dem Erscheinen Imaam Mahdis (a), worauf Imaam Ssaadiq  antwortete:

"Niemand wird sein, der ihn bei seinem Erscheinen sähe, dieweil andere ihn nicht sehen könnten. (Mit anderen Worten: Alle können ihn sehen, wenn er erscheint). Wenn jemand anderes als das behauptet, so weist es zurück."[9]

Imaam Ssaadiq (a) sprach:

"Ich sehe Imaam i Qaa`im  (a) im Kettenhemd des Propheten (s)...,

und niemand auf Erden wird sein, der ihn nicht sehen könnte. Alle sehen ihn, als wäre er bei ihnen, in ihrem Lande."[10]

Diesen Riwaayaat ist zu entnehmen, dass man Imaam Mahdi (a) in jener kommenden Zeit mittels anderer Möglichkeiten sehen kann als es sie heute gibt. Heißt es doch in der Riwaayat: "sie können ihn sehen, als wäre er bei ihnen in ihrem Land..."

Hierzu gibt es zwei Wahrscheinlichkeiten:

Zum einen, dass ein weltweit verbreitetes dreidimensionales Bildsystem oder aber ein anderes, entwickelteres System vorhanden sein wird, mit dessen Hilfe der Imaam gesehen werden kann,

oder aber, dass in der Riwaayat auf ein Wunderwirken des Imaam hingewiesen wird, durch welches es möglich wird.

Der Gesandte Gottes (s) sagte bezüglich der Art und Weise der Fortbewegungsmöglichkeiten in jener Zeit:

"Nach euch werden Völker kommen, unter deren Füßen "die Erde dahineilt" und denen sich die Tore der Welt öffnen...

In "weniger als einem Wimpernschlag" wird man das Erdenrund durcheilen können, und wer innerhalb einer einzigen Stunde vom Osten in den Westen möchte, wird dies tun können."[11]

Auch hinsichtlich der Informationsmittel zur Zeit des Erscheinens und Aufbruchs Imaam Mahdis (a) gibt es etliche Riwaayaat. Wir wollen uns mit zweien begnügen:

Der Gesandte Gottes (s) sprach:

"Bei dem, in dessen Hand mein Leben ist! Die Auferstehung wird nicht eher anbrechen, als bis dass jemandes Schuh, Stab oder Gehstock ihm über das Befinden und Tun seiner Angehörigen, dieweil er selber nicht bei ihnen ist, Kunde geben."[12]

Imaam Baaqir (a) sagte bezüglich der erstaunlichen INFO-Möglichkeiten in der Zeit Imaam Mahdis (a) und seiner selbst:

"Er wird deswegen "Mahdi" genannt, weil er sogar in Richtung geheimster Angelegenheiten und Geschehen gelenkt wird.

Er ist über die Leute und ihr Tun so genau informiert, dass diese (in Kenntnis darüber) sogar die Wände ihres Hauses als Informanten über das, was sie innerhalb ihres Heimes sagen und tun, betrachten. "[13]

Die obige Riwaayat kann ein Hinweis auf die überaus fortgeschrittenen Informationsmöglichkeiten in jener kommenden Zeit sein. Was allerdings nicht verwundert, da eine Welt-Regierung ganz sicherlich eines perfekten Info-Dienst-Systems bedarf. Wozu gehören mag, dass - laut der "äußeren" Aussage der Riwaayat - in jener Zeit sogar "Wände Ohren haben und Bericht erstatten können".

 

b) Verbreitung der islamischen Kultur und Zivilisation

In der Zeit Imaam Mahdis (a) wird es eine zuvor nie dagewesene "Zuwanderung" zum Islam geben. Jene Phase, da Religionsorientierte und insbesondere Muslime unterdrückt und "mundtot" gemacht wurden und ihre Zugehörigkeit zum Islam öffentlich nicht mehr zeigen durften, ist dann vorbei.  Überall: ein islamisches Flair.

Laut Riwaayaat wird der Islam in jedes Haus, in jedwede Hütte und jedes Zelt Einzug halten. Ebenso wie Wärme und Kälte Zugang zu allem finden. Auch wenn man vorbeugen will und alles tut, um Hitze und Frost nicht durch Mauerrisse, Spalten, Türen und Fenster ins Hausinnere dringen zu lassen, ist ihr Einfluss, ihre Auswirkung dennoch unvermeidbar.

Genauso aber wird es mit dem Islam sein. Zu jeder Stadt, jedem Dorf, zu Ebenen, Tälern und Höhen wird er Zugang finden. Selbst jene, die sich gegen ihn sperren, werden von ihm beeindruckt, beeinflusst und angezogen werden...

In einer solchen Situation und in einem solchen Milieu ist es selbstverständlich, dass sich die Bevölkerung den islamischen Maximen zuwendet und sie befolgt. Sie gerät in den Einfluss der koranischen Belehrungen, will den Koran kennenlernen, durch ihn lernen und nimmt freudig am Gemeinschafts- und Dschum`ahgebet teil.

Die Moscheen, die heutigen und zukünftigen, werden dem starken Publikumsandrang nicht mehr gewachsen sein. Wie aus Überlieferungen zu erfahren ist, wird der starken Teilnahme wegen allein in einer Moschee zwölfmal hintereinander das Gemeinschaftsgebet verrichtet. Ein Hinweis darauf, wie sehr die Bevölkerung jener kommenden Tage am Islam und allem, was zu ihm gehört, interessiert ist. Ganz abgesehen davon, dass angesichts der Tatsache, dass in jener Zeit die Bevölkerungsdichte auf Erden infolge vorausgegangener Völkermorde und Massenvernichtungen stark verringert sein wird, ist diese starke Beteiligung an islamischen Programmen – beispielsweise am Dschum`ah-Gebet – schon recht bemerkenswert.

In der Herrschaftszeit Mahdis (a) wird der Aufgabenbereich jenes Ministeriums, das sich kulturellen, edukativen und religiösen Belangen widmet, besonders groß sein. Unter anderem werden aufgrund des starken Interesses an einer Teilnahme am Gemeinschaftsgebet weitere Moscheen gebaut. Einige werden so großräumig sind, dass sie, wie überliefert wird, 500 Tore bedürfen. Die kleinste Moschee wird in jener kommenden Zeit die des heutigen Kufeh sein, die gegenwärtig zu den größten der Welt zählt.

Nun zu einigen Riwaayaat, die von dem Interesse der künftigen Menschheit für Koran und Islam, für Moscheen, islamisches Wissen und eine hohe menschliche Moral Kunde geben.

 

1- Koranische Bildung, islamisches Wissen

Amir al mu`minaan Ali (a) sagte:

"Ich sehe, wie sich meine Anhänger in der Moschee von Kufeh einfinden und in Zelten, die sie errichten, die Leute den Koran so lehren, wie er hinabgesandt ward.“[14]

Von Imaam Ssaadiq (a) wird folgendes überliefert:

"Ich sehe, wie die Schi`ah Alis, den Koran in den Händen, die Leute unterweist."[15]

Asbagh Ibn Nabaati berichtet, dass er hörte, wie Ali (a) sagte:

"Ich sehe, wie "Adschamis"[16] ihre Zelte im Bereich der Moschee von Kufeh aufrichten und die Leute den Koran lehren, und zwar so, wie er hinabgesandt ward..."[17]

Diese Überlieferung gibt über das Engagement nichtarabischer Lehrender Auskunft. Laut der Ethymologen[18] sind mit den Lehrenden nicht-arabischer Herkunft Leute aus Faars bzw. Iraner gemeint.

Imaam Baaqir (a) sagte:

"In der Zeit Imaam Mahdis (a) wird euch Verstand und Weisheit in einem solchen Maße gegeben sein, dass selbst die "Nur-Hausfrau" gemäß dem Buch Gottes und der Sunna des Propheten zu urteilen vermag.“[19]

 

2- Bau neuer Moscheen

 Habbah Arani berichtet:

Als Amir al Mu`minaan mach "Hirah" kam, sagte er: "Wahrlich, in der Stadt Hirah[20] wird eine Moschee mit fünfhundert Türen gebaut werden. Zwölf gerechte Gemeinschafts-Imaame werden in ihr das Gemeinschaftsgebet verrichten."

Ich fragte ihn, ob die Moschee von Kufeh eine so große Betgemeinde in sich aufnehmen könne?

Imaam Ali (a) darauf:

"Vier Moscheen werden dort gebaut. Die (gegenwärtige) Moschee von Kufeh wird kleiner als sie sein. Und diese Moschee (in Hira, die fünfhundert Türen haben wird) und zwei weitere, zu beiden Seiten von Kufeh, werden errichtet."

Bei diesen Worten wies er[21] in Richtung der beiden Flüsse "Basriin" und "Gharbiin".

Auch sagte Imaam Ali (a):

"Imaam Mahdi (a) wird weiterziehen..., bis dass er in Konstantinopel und in dessen Umgebung etliche Moscheen errichtet."[22]

Wie Mufadhdhal überliefert, sagte Imaam Ssaadiq (a):

"Wenn sich Imaam Mahdi (a) erhebt, wird er außerhalb der Stadt Kufeh (in „sahr l kufeh“) eine Moschee mit 1000 Türen bauen."[23]

Möglicherweise ist mit der Bezeichnung "sahr l kufeh", die in der Riwaayat erscheint, der Ort "Nadschaf" gemeint; der laut der Wissenschaftler als "sahr l kufeh" erörtert wird.

 

3- Geistige und moralische Entwicklung

Amir al mu`minaan Ali (a) sagte:

"Die Bevölkerung wird in den Tagen Mahdis (a) an Gottesdienst und Religion sehr interessiert sein und das Gebet als Gemeinschaftsgebet verrichten."[24]

Von Imaam Ssaadiq (a) wird folgendes überliefert:

"Die Häuser von Kufeh werden bis an den Fluss bei Kerbela und Hira reichen. Die Stadt wird sich so weit ausdehnen, dass auch der, der ein schnelles Fortbewegungsmittel benutzt, um am Dschum`ah-Gebet teilnehmen zu können, dieses nicht rechtzeitig erreicht. "[25]

Möglicherweise wird damit auf die dichte Menschenmenge hingewiesen, die ihn - aufgrund ihrer Dichte - daran hindert, rechtzeitig zum Dschum`ah-Gebet zu kommen. Zudem darauf, dass das Dschum`ah-Gebet an einem bestimmten Platz verrichtet wird, nicht an mehreren. Denn laut religionsgesetzlicher Bestimmung findet in einer Stadt das Dschum`ah-Gebet an einem dafür vorgesehenen Platz statt.

Mufadhdhal ibn Umar berichtet von Imaam Ssaadiq (a) dieses:

"Wenn sich unser Qaa`im erhebt, wird auch der Törichste, Ängstlichste und Engherzigste, der sich des Abends schlafen legt, am folgenden Tag schon zu den Gescheitesten, Kühnsten und Großzügigsten zählen.

Die Erfolge eilen dem Imaam voran..."[26]

Von Imaam Ali (a) wird folgendes überliefert:

"Wenn sich unser Qaa`im erhebt, wird die Feindseligkeit, die die Geschöpfe Gottes gegeneinander hegten, beseitigt werden."[27]

Diesbezüglich sprach der Gesandte Gottes (s):

"...an jenem Tag wird Feindseligkeit aus den Herzen schwinden."[28]

Im Zusammenhang mit moralischer Dekadenz sagte der zweite Führer der Schi`ah:

"Gott wird gegen Ende der Zeiten einen Mann erscheinen lassen, der so walten und schalten wird, dass kein Tyrann und Unheilstifter mehr bleiben wird, der sich nicht berichtigte."[29]

Typisch für die Zeit Imaam Mahdis (a) wird sein, dass es Gier und Profitsucht auf Erden nicht mehr gibt und alle von dem Geist und Bewusstsein getragen sind, nichts als nur Gott und Sein Wohlgefallen zu bedürfen.

Der Gesandte Gottes (s) sprach:

"Wenn sich Imaam Mahdi (a) erhebt, wird Gott Zufriedenheit und das Gefühl (materieller) Bedürfnislosigkeit in die Herzen der Menschen einziehen lassen, so dass dann, wenn Imaam Mahdi (a) bekannt gibt, dass jeder, der finanzielle Möglichkeiten möchte, kommen möge, niemand herbeieilt."[30]

Zu betonen ist, dass in dieser Riwaayat der Begriff "`ibaad" genutzt wird. Mit anderen Worten: Diese geistige Umwandlung betrifft nicht eine bestimmte Gruppe betrifft, sondern alle...

Auch sprach der Prophet:

"Ich verheiße euch das Kommen Mahdis (a), der der Menschheit geschickt wird, wenn sie von Erdbeben und Feindschaft  heimgesucht ist. Er wird der von Tyrannei und Unrecht beherrschten Welt Gerechtigkeit bringen, und alle in den Himmeln und auf Erden werden ob seiner froh und zufrieden sein.

Gott, der Herr, wird in die Herzen der Gemeinde Muhammads (s) Zufriedenheit und (materielle) Bedürfnislosigkeit einziehen lassen, so dass, wenn der Ruf erfolgt: Wer finanzielle Mittel benötigt, möge kommen, niemand kommen wird bis auf einen.

Zu ihm aber wird Mahdi (a) sprechen:

"Geh zum Schatzmeister und richte ihm aus, dass Mahdi dich schickt und angeordnet hat, dass man dir in reichlichem Maße gibt."

Der Schatzmeister wird ihn auffordern, mit beiden Händen von dem Schatz zu nehmen, woraufhin er hineingreift und alles, das er fassen kann, in sein geschürztes Gewand füllt.

Doch noch hat er die Straße nicht betreten, als er sein Verhalten bereut und sich selber vorwirft:

"Wie nur kann es sein, dass ich zum Gierigsten der Gemeinde des Propheten (s) wurde?! War etwa der, der der Gemeinde zu Zufriedenheit und Genügsamkeit verhalf, nicht fähig, auch in mir Genügsamkeit (materielle Bedürfnislosigkeit) zu wecken?"

Er geht zurück, um den Reichtum zurückzugeben, doch der Schatzmeister lehnt ab und belehrt ihn:

"Was wir gegeben haben, nehmen wir nicht zurück."[31]

Zu beachten ist, dass in der Riwaayat (im Original) der Begriff "yamla`quluub ummatah muhammad" erscheint. Mit anderen Worten, es geht nicht um Genügsamkeit bzw. Anspruchslosigkeit im üblichen Sinne, sondern vielmehr um ein hohes Maß an innerer Zufriedenheit. Das heißt, auch wenn man mittellos sein sollte, ist das Herz, das Innere doch von Zufriedenheit erfüllt. Von einer Zufriedenheit, die materielle Wünsche geradezu verdrängt.

Ganz abgesehen davon, dass die Menschen in jener Zeit nicht nur von innerer Zufriedenheit bzw. Bedürfnislosigkeit erfüllt sind, sondern auch unter materieller Not nicht zu leiden brauchen. Sie haben, was sie benötigen...

Im Zusammenhang mit der Entwicklung und Reife des Geistes (des Geistes im Sinne von Verstand und Intellekt), der Moral als auch der inneren Zuversicht und Herzensstärke gibt es ebenfalls etliche Riwaayaat, von denen wir einige zitieren wollen:

Imaam Baaqir (a) sprach:

"Wenn sich unser Mahdi erhebt, wird er über den Kopf der Gottesgeschöpfe (Menschen) streichen, ihren Verstand und ihr Denken stärken und ihre Gesinnung veredeln."[32]

Angemerkt sei, dass in dem Werk "Bihaar ul anwaar" von der Veredelung der Wünsche die Rede.[33]

Imaam Mahdi (a) wird die islamischen bzw. göttlichen Gebote verwirklichen, was zur Reife des menschlichen Denkens führt und des Propheten (s) Ziel erreichen läßt, welcher sagte: "Ich ward zu den Menschen gesandt, um ihre Gesinnung zu veredeln."

Der Gesandte Gottes (s) sprach, hinweisend auf Hassan (a) und Hussain (a), zu Faatimah (a):

"Gott wird aus der Nachkommenschaft dieser beiden jemanden hervorgehen lassen, der die Fesseln der Verirrung aufbricht und die trüben und verschlossenen Herzen erobert."[34]

Imaam Baaqir (a) tat folgendes Wort Amir al mu`minaan Alis (a) kund:

"Ein Mann aus meiner Nachkommenschaft wird kommen. Er wird seine Hand auf den Kopf der Geschöpfe Gottes legen, und kein Gläubiger wird dann mehr sein, dessen Herz nicht gefestigt wäre und der nicht die Kraft von vierzig Männern hätte."[35]

Die Menschen werden sich in den Tagen Imaam Mahdis (a) der Verführungen der irdischen Welt bewusst geworden sein und sämtliche Unbilden und Sünden durch diese hervorgerufen wissen. Hinsichtlich Glauben und Gottesfurcht werden sie so sehr gereift sein, dass sie sich von dem Diesseits nicht mehr einfangen lassen.

Der Gesandte Gottes sprach:

"Die Erde wird das beste, das sie in ihrem Schoße birgt, wie Gold und Silber, hervorbringen. Daraufhin wird jemand kommen, der (zuvor) mordete und nun spricht: "Dieser Schätze wegen habe ich getötet."

Der aber, der mit seinen Angehörigen brach, wird sagen: "Diese Schätze waren es, deretwegen ich meine Angehörigen verließ."

Der Dieb aber jammert: "Dieser Schätze wegen wurde mir die Hand abgeschlagen."

Sie alle werden sich von Gold und Silber abwenden und nichts davon nehmen."[36]

Said Suraad berichtet, dass er zu Imaam Ssaadiq (a) sagte: Ich befürchte, dass wir nicht zu den Gläubigen zählen...

"Warum nicht?", fragte der Imaam.

Said erklärte: Weil ich unter uns niemanden sehe, der seinen Glaubensbruder höher als Dirham und Dinar einstuft. Weil ich sehe, dass uns Dirham und Dinar lieber sind als unser Glaubensbruder, mit dem uns unsere Liebe zu Amir al Mu`minaan (a) und sein Wilaayat (Führung, Betreuung) verbindet.

Imaam Ssaadiq (a) erwiderte:

"Ihr seid Gläubige! Doch euer Glaube wird dann zu Reife und Vollendung finden, wenn unser Qaa`im kommt. Dann wird Gott Geduld und Langmut in euch wachsen lassen und ihr zu wirklichen Gläubigen werden."[37]



[1] Awliaa: Führende der Gesellschaft, die aufrichtige Gottesfreunde sind. In der Welt der Schi`ah sind damit ganz allgemein  die Imaame (a) aus dem Hause Muhammads (s) gemeint.

[2] Laut Raawandi in "kharaa`idsch", B. 2, S. 841; "mukhtassar bassaa`ir ud daradschaat", S. 117; "bihaar ul anwaar", B. 52, S. 326

[3] "kamaal ud din", B. 2, S. 653; "al adad ul qawiah", S. 65; "isbaat ul hudaah", B. 3, S. 491; "holiat ul abraar", B. 3, S. 639; „bihaar ul anwaar“, B. 51, S. 36 u. B. 52, S. 317

[4] "aqd ud durar", S. 42

[5] "mathaalib un nawaassib", B. 1, S. 222

[6] "bihaar ul anwaar", B. 52, s. 391; "haq ul yaqin", B. 1, S. 229; "bischaarat ul islaam", S. 341

[7] Farssang: orientalisches Wegemaß, ein Farssang entspricht rund 6240 m.

[8] "kaafi", B. 8, S. 240; "kharaa`idsch", B. 2, S. 840; "mukhtassar ul bassaa`ir", S. 117; "ssiraat al mustaqim", B. 2, S. 262; "muntakhab ul anwaar ul madhiah", S. 200; "bihaar ul anwaar", B. 52, S. 336

[9] "bihaar ul anwaar", B. 53, S. 6

[10] "kaamil us siaaraat", S. 119; Nu`maani, "ghaibah", S. 309; "kamaal ud din", B. 2, S. 671; "bihaar ul anwaar", B. 52, S. 325; "isbaat ul hudaah",  B. 3, S. 493; "nur us thaqalain", B. 1, S. 387; "mustadrak ul wassaa`il", B. 10, S. 245; "dschaami`ahaadith ul schi`ah", B. 12, S. 370

[11] "ferdouss ul akhbaar", B. 2, S. 449; "ihqaaq ul haq", B. 13, S. 351

[12] Ahmad, "masnad", B. 3, S. 89; "ferdouss ul akhbaar", B. 5, S. 98; "dschaami`ul ussuul", B. 11, S. 81

[13] Nu`maani, "ghaibah", S. 319, "bihaar ul anwaar", B. 52, S. 365

[14] Nu`maani, "ghaibah", S. 318; "bihaar ul anwaar", B. 52, S. 364

[15] Obige Quelle

[16] Adscham: Nicht-Araber, Iraner

[17] "al irschaad", S. 365; "kaschf ul ghummah", B. 3, S. 265; "nur as thaqalain", B. 5, S. 27; "rawdhat ul waa`isin", B. 2, S. 265

[18] "madschma`l bahrain", B. 6, S. 111

[19] „bihaar ul anwaar“, B. 52, S. 352

[20] Hira: eine Stadt, die einen Farssang von Kufeh entfernt ist. In der Zeit der Ssassaniden herrschten dort die Lakhmi-Fürsten, die der iranischen Regierung untertan waren. Im Jahre 602 zerschlug Kaiser Khosrou Parwis die dortige Lakhmi-Dynastie und setzte einen Gouverneur ein. Später, als Hira in die Hände der Muslime fiel, geriet sie, der Errichtung der Stadt Kufeh wegen, in den Hintergrund und zerfiel im zehnten christlichen Jahrhundert. (Mo`in-Enzyklopädie, B. 5, S. 470)

[21] "at tahsib", B. 3, S. 253; "kaafi", B. 4, S. 427; "man laa yahdhuruh ul faqih", B. 2, S. 525; "wassaa`il usch schi`ah", B. 9, S. 412; "mir aat ul uqul", B. 18, S. 58; "malaa sul akhiaar", B. 5, S. 478; "bihaar ul anwaar", B. 52, S. 375

[22] "ihqaaq ul haq", B. 13, S. 312

[23] "al irschaad", S. 362; Tussi, "ghaibah", S. 295; "isbaat ul hudaah", B. 3, S. 537; "waafi", B. 2, S. 112; "bihaar ul anwaar", B. 52, S. 330, 337

[24] "aqd ud durar", S. 159

[25] Tussi, "ghaibah", S. 295; "isbaat ul hudaah", B. 3, S. 537; "waafi", B. 2, S. 112; "bihaar ul anwaar", B. 52, S. 330, 337

[26] "waafi", B. 2, S. 113; entnommen aus: "futuhaat i makkiah"

[27] "khissaal", B. 2, S. 254

[28] Abd ur Rasaaq, "mussannaf", B. 11, S. 402; Ibn Hammaad, "fitan", S. 162; Ibn Taawus, "malaahim", S. 152

[29] "minan ur rahmaan", B. 2, S. 42; "isbaat ul hudaah", B. 3, S. 524, (laut Amir al Mu`minaan (a))

[30] Ibn Taawus, "malaahim", S. 71; "ihqaaq ul haq", B. 13, S. 186; "asch schi`ah war radsch ah", B. 1, S. 27

[31] Ahmad, "masnad", B. 3, S. 37, 52; "dschaami`ahaadith usch schi`ah", B. 1, S. 34; "ihqaaq ul haq", B. 13, S. 146

[32] "kaafi", B. 1, S. 25; "kharaa`idsch", B. 2, S. 840; "kamaal ud din", B. 2, S. 675

[33] "bihaar ul anwaar", B. 52, S. 336

[34] "aqd ud durar", S. 152; "ihqaaq ul haq", B. 13, S. 116; "isbaat ul hudaah", B. 3, S. 448, 495

[35] "kamaal ud din", B. 2, S. 653; "dalaa`il l imaamah", S. 243; "kaamil us siaaraat", S. 119

[36] Muslim, "ssahih", B. 2, S. 701; Tarmasi, "ssahih", B. 34, S. 493; Abu ya`laa, "masnad", B. 11, S. 32; "dschaami`ul ussuul", B. 11, S. 38

[37] "al ussuul us ssittah aschar", S. 6; "bihaar ul anwaar", B. 67, S. 350

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