a) Neuregelungen 1- Zu Ehebruch und Sakaat-Verweigerung

a) Neuregelungen 1- Zu Ehebruch und Sakaat-Verweigerung



"Im Islam ist, laut göttlicher Weisung, Hinrichtung in zwei Fällen geboten. Niemand jedoch richtet demgemäß, bis dass Gott den Qaa`im "Ahl l Baits" (a) schickt, der laut göttlichem Gebot vorgehen wird und zu seiner Rechtsprechung eines Zeugnisses und Zeugen nicht bedarf.

Verheiratete Männer und Frauen, die Ehebruch begehen, werden gesteinigt, und wer die Sakaat verweigert, verliert den Kopf."[1]

Imaam Ssaadiq (a) und Imaam Kaasim (a) sagten:

"Wenn Imaam Mahdi (a) kommt, wird er hinsichtlich dreier Vergehen so vorgehen, wie es zuvor nicht geschah. Er wird den alten Ehebrecher und den, der die Sakaat verweigert, hinrichten. Zudem aber wird er das Erbe, das bis dahin der leibliche Bruder erhielt, dem "Seelenbruder"[2] zuteilen."[3]

Alaameh Helli erklärte bezüglich der Hinrichtung jener, die die Sakaat verweigern:

Zu allen Zeiten waren sich die Muslime hinsichtlich der Sakaat-Pflicht einig. Sie wussten die Sakaat als eine der fünf Grundprinzipien im Islam. Folglich gebührt dem, der die Sakaat verweigert, obwohl er Muslim und in einer muslimischen Umgebung aufgewachsen ist, die Todesstrafe, der er auch durch Reue-Bekundung nicht entgehen kann.

Dem aber, der beispielsweise nur aufgrund seiner Herkunft „Muslim“ ist, jedoch in einer nichtmuslimischen Umgebung lebt und über den Islam keine Kenntnis hat, wird dreimal die Gelegenheit zu Reue-Bekundung gegeben. Verweigert er diese jedoch, wird er hingerichtet.

Wie gesagt, diese Strafbestimmung gilt für den, der Kenntnis über die Sakaat-Pflicht hat, ihr jedoch nicht nachkommt. Wer über sie nicht im Bilde war bzw. ist, wird natürlich nicht als Widersacher gegen Gottes Gebot verurteilt.[4]

Madschlessi der Erste erläutert die genannte Riwaayat wie folgt:

Möglicherweise ist gemeint, dass Imaam Mahdi (a) in beiden Fällen nach dem ihm gottgegebenen Wissen urteilen wird und dazu keines Zeugen bedarf. (Wie wir bereits aus Riwaayaat erfuhren, durchschaut er den Menschen und weiß über ihn Bescheid, d.Ü.).

Ebenso wird er in anderen Fällen vorgehen und urteilen. Um auf ihre Wichtigkeit hinzuweisen, wurden die beiden zitierten Straftaten namentlich erwähnt.[5]


2- Erbgesetz

Imaam Kaasim (a) tat kund:

"Gott hat die Seelen zweitausend Jahre vor den Körpern erschaffen. Seelen, die in den himmlischen Welten einander vertraut (geistig verwandt) waren, werden dies auch auf Erden sein. Waren sie sich in den himmlischen Welten jedoch fremd, sind sie dies auch im irdischen Leben.

Wenn „Imaam i Qaa`im“ (a) kommt, spricht er das Erbe dem Glaubensbruder ( bzw. dem geistig verwandten Bruder) zu, dieweil die Erbschaft des leiblichen Bruders fortfällt. Das aber ist mit dem Wort Gottes in der Sure "mu`minun" des Heiligen Korans gemeint:

Dann, wenn in die Posaune geblasen wird, fallen familiäre Bindungen zwischen ihnen fort, und niemals werden sie nach dem Grund dafür fragen...[6] [7]

Imaam Ssaadiq (a) sagte:

"Zweitausend Jahre vor der Erschaffung der leiblichen Hülle ließ Gott die Seelen einander Brüder sein.

Wenn der Qaa`im unseres "Ahl l Baits" erscheint, wird er sie als einander erbberechtigt erklären, dieweil die Erbberechtigung der leiblichen Brüder fortfällt."[8]


3- Was geschieht mit dem Lügner?

Imaam Ssaadiq (a) sprach:

"Wenn unser Qaa`im erscheint, wird er sich zunächst die Lügner aus den Reihen der Schi`ah vornehmen und ihrem Leben ein Ende setzen."[9]

Wahrscheinlich sind Heuchler und jene gemeint, die sich als verheißene Menschheitserlöser (mahdawiat) ausgeben oder aber ketzerische, zu Verirrung und Abwegigkeiten führende Neuerungen in Religion einfließen lassen.


4- Was wird mit der "Dschasiyeh"?

Amir l mu`ninaan Ali (a) sagte:

"Gott wird das Ende der Welt nicht herbeiführen, solange sich „Imaam i Qaa`im“ nicht erhoben, unsere Feinde nicht vernichtet, die Dschasiyeh-Regelung nicht annulliert, Kreuz und Götzen nicht zerschlagen, Krieg und Blutvergießen nicht beendet, Armut und Not auf Erden nicht behoben und die Güter der Erde unter den Menchen nicht gleichmäßig verteilt und für weltweite Gerechtigkeit gesorgt hat."[10]

Vom Gesandten Gottes (s) wird folgendes Wort überliefert:

"Imaam Mahdi (a) wird als Erlöser und Führer erscheinen, die Kreuze zerbrechen, Schweine beseitigen und seine Beauftragten anweisen, sich nach Bedürftigen umzuschauen, um ihre Not zu beheben. Doch niemand wird sich finden, der sich bedürftig weiß."[11]

Diese Überlieferung ist möglicherweise ein Hinweis auf das Ende der "Ahl l Kitaab"-Periode, das heißt jener, die im Besitze einer Himmlischen Schrift sind, da sich alle Mahdi (a) und dem Islam anschließen werden.

5- Der ihrer Nachfahren, der gutheißt, was man Hussain ibn Ali (a) antat, der wird...

Hirawi berichtet, dass er Imaam Ridhaa (a) bat, ihm folgendes Wort Imaam Ssaadiqs (a) zu erklären, in dem es heißt:

"Wann immer sich unser Qaa`im erhebt, wird er die Nachkommen der Mörder Imaam Hussains (a), in Vergeltung des Mordes ihrer Väter, in den Tod schicken."

Imaam Ridhaa (a) bestätigte dieses, worauf Hirawi fragte: Wie aber ist das mit dem Koranvers, der besagt, dass niemandem die Vergehen eines anderen angelastet werden[12], zu vereinbaren?

Der Imaam antwortete:

"Das, was Gott spricht, ist die Wahrheit.

Die Nachkommen der Mörder Imaam Hussains (a) frohlocken über das, was ihre Väter taten und rühmen sich dessen. Wer jedoch mit dem, was getan wurde, einverstanden ist und es gutheißt, ist wie der, der es tat.

Wenn jemand im Osten getötet wird und sich ein anderer, (beispielsweise) im Westen, darüber freut, ist er vor Gott an dem Vergehen mitbeteiligt.

Wenn „Imaam i Qaa`im“ (a) die Nachkommen der Mörder Imaam Hussains (a) vernichtet, so deswegen, weil sie das Verbrechen ihrer Väter gutheißen."

Hirawi darauf: Bei welcher Gruppe wird er damit beginnen?

Der Imaam (a):

"Mit den Bani Schaibah wird er beginnen und ihnen die Hand abschlagen, da sie Diebe des Gotteshauses – „Baitullaah“ - in Mekka sind."[13]


6- Kautionen, Hypotheken?

Ali berichtet: Mein Vater, Ssaalim, befragte Imaam Ssaadiq (a) bezüglich des Hadith, in dem es heißt: Wer sich auf Vorauszahlungen und derlei mehr verläßt als auf das Versprechen seines Glaubensbruders, ist mir zuwider.

Imaam Ssaadiq (a) antwortete:

"Dies betrifft die Zeit unseres Qaa`im."[14]


7- Hohe Handelsgewinne

Ssaalim berichtet, dass er Imaam Ssaadiq (a) bezüglich einer Riwaayat befragte, dergemäß es dem Muslim untersagt ist, von seinem Glaubensbruder Gewinn oder Zinsen zu kassieren oder aber durch ihn Gewinne zu machen.

Der Imaam antwortete:

"Dies gilt für die Zeit nach dem Erscheinen des Qaa`im aus unserem Hause. Heute jedoch ist es nicht untersagt, seinem Glaubensbruder etwas zu verkaufen und dadurch einen Gewinn zu erzielen."[15]

Nachdem sich Madschlessi der Erste der Zuverlässigkeit dieser Riwaayat sicher war, erklärte er:

Dieser Riwaayat ist zu entnehmen, dass Überlieferungen, denen gemäß es "makruh"[16] ist, von seinem Glaubensbruder Gewinne zu kassieren und dies als "ribaa"[17] zu bezeichnen ist, nicht als Übertreibungen einzustufen sind. Möglicherweise ist dies heute "makruh", in der Zeit der Regie des „Imaam i Qaa`im“ (a) aber ist es "haraam".[18] [19]

Madschlessi der Zweite aber, der die Zuverlässigkeit der Riwaayat als nicht nachgewiesen verstand, war der Ansicht, dass das Untersagtsein beider genannter Punkte (Zinsen, Gewinn) wahrscheinlich für die Zeit nach dem Erscheinen Imaam Mahdis (a) gilt.[20] [21]





[1] "kaafi", B. 3, S. 503; "al faqih", B. 2, S. 11; "kamaal ud din", B. 2, S. 671; "wassaa`il usch schi`ah", B. 6, S. 19; "bihaar ul anwaar", B. 52, S. 325

[2] Angesprochen ist hier die seelische oder geistige Verwandtschaft der Seelen in der dem Diesseits vorausgegangenen Dhar-Welt. Eine geistige Verwandtschaft, die sie miteinander sozusagen „verbrüderte“.

[3] Ssaduq, "khissaal", Kap. 3, S. 133; "isbaat ul hudaah", B. 3, S. 495

[4] "taskirat ul fuqahaa", B. 5, S. 7, Kap. "sakaat", vergl. "mir aat ul uquul", B. 16, S. 14

[5] "rawdhat ul mutaqqin", B. 3, S. 18

[6] Sure 23, Vers 101

[7] "dalaa`il ul imaamah", S. 260; "tafssir burhaan", B. 3, S. 120; "asch schi`ah war radsch`ah", B. 1, S. 402

[8] "al faqih", B. 4, S. 254; Ssaduq, "aqaayid", S. 76; Hassini, "hidaayah", S. 64, 87; "mukhtassar l bassaa`ir", S. 159; "rawdhat l mutaqqin", B. 11, S. 415; "bihaar ul anwaar",B. 6, S. 249 u. B. 101, S. 367;

[9] Kaschi, "ridschaal", S. 299; "isbaat ul hudaah", B.3, S. 561

[10] "isbaat ul hudaah", B. 3, S. 496

[11] "aqd ud durar", S. 166; "al qawl ul mukhtassar", S. 14

[12] Sure 18. Vers 9

[13] "ilal usch scharaa`i", B. 1, S. 219; "uyun i akhbaar i Ridhaa", B. 1, S. 273; "bihaar ul anwaar", B. 52, S. 313; "isbaat ul hudaah", B. 3, S. 455

[14] "man laa yahdhuruh ul faqih", B. 3, S. 200; "at tahsib", B. 7, S. 179"; "wassaa`il usch schi`ah", B. 13, S. 123; "isbaat ul hudaah", B. 3, S. 455; "malaa sul akhiaar", B. 11, S. 315

[15] obiges

[16] „makruh“: unpassend, nicht empfohlen

[17] „ribaa“: Wucher

[18] „haraam“, verboten, untersagt

[19] "rawdhat ul mutaqqin", B. 7, S. 375

[20] "malaa sul akhiaar", B. 11, S. 315

[21] Der Autor fügt hier folgendes hierzu: Vorausgesetzt, dass diese Überlieferungen richtig sind, betrifft diese Anordnung die Zeit der Herrschaft Imam Mahdis (a), in der Situation, Gesinnung, Verhalten und Lebensbedingungen der Menschheit dementsprechend sind.

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