Regieren gemäß Recht und Gerechtigkeit

Regieren gemäß Recht und Gerechtigkeit

Weltweit zu regieren, ist fraglos sehr schwer. Dazu bedarf es der göttlichen Führung, engagierter, fähiger und von der Gottesherrschaft und Ordnung des Islam überzeugter Verantwortungsträger.

Zweifellos wird Imaam Mahdi (a) Verantwortungsträger einsetzen, die die verschiedenen Länder der Erde regieren. Verantwortliche, die ihre Qualitäten und Eignung zu der ihnen aufgetragenen Aufgabe bereits bewiesen haben.

Es werden also fähige und engagierte Stellvertreter des Imaam (a) sein, die mit der Verwaltung und Regie in den Ländern der Erde betraut werden und denen es an nichts anderem gelegen ist, als daran, im Sinne des Wohles des islamischen Landes als auch der göttlichen Zufriedenheit zu wirken.

Völlig klar, dass Länder bzw. Bevölkerungen, deren Verantwortliche über solche Besonderheiten verfügen, Schwierigkeiten meistern und die Verwüstungen vorausgegangener Regierungen in Blühen und Gedeihen verwandeln werden.

Eine Welt wird geschaffen, die so erfreulich ist, dass die Lebenden sich erneutes Leben ihrer Verstorbenen wünschen.

Es sei noch einmal daran erinnert, dass die Welt voller Ungerechtigkeiten, Schrecken und Wirren sein wird, wenn Imaam Mahdi (a) die Regie übernimmt. Dass es zahllose Behinderte und physisch und psychisch Kranke geben und das Erdenrund von Schrecken, Chaos und Verwüstung überschattet sein wird.

Allerorten: Unsicherheit, zerstörte Städte und Gebiete, vernichtete, unfruchtbare Felder und brachliegende Landwirtschaft, verursacht durch Unfrieden, Kriege und Verseuchung.

Andererseits aber haben die Völker der Erde bis dahin eine Vielzahl an Regierungen, Parteien und Organisationen miterlebt, die versprachen, im Dienste der Menschheit stehen und - falls ihnen die Regie überantwortet wird - für Ruhe, Sicherheit und Gesundheit, eine florierende Wirtschaft und genügendes Auskommen aller sorgen zu wollen.

Doch ihre Worte erwiesen sich als hohl und leer, denn wer auch immer an die Macht kam, erwies sich in der Regel als unfähig dazu, seine Versprechen zu halten oder gar nicht einmal gewillt, das tun, was er verkündete. Und wiederum: Für die Völker nichts als Elend, Verderb, Vernichtung und Leid.

Der Kommunismus zerbrach, der Maoismus fiel bei seinen eigenen Herren in Ungnade, und die westliche Liberal-Demokratie ergeht sich in volksverdummenden Parolen.

Letztendlich aber wird der Tag anbrechen, da durch die fähige Hand eines Gottesmannes Recht und Gerechtigkeit auf dem unter Tyrannei ersticktem Erdenrund verwirklicht werden kann.

Die Maxime: "allüberall wird durch ihn – Mahdi (a) - Recht und Gerechtigkeit auf Erden werden", wird er so genau und zielbewußt wahrnehmen, dass ihre Realisierung überall zu sehen und zu spüren sein wird.

Mahdis (a) Regie wird genauestens programmiert und durchkalkuliert sein. Er wird die Menschheit in einer Weise führen und erziehen, dass der Begriff Tyrannei aus dem Gedächtnis schwindet und keiner mehr an derlei überhaupt noch denkt.

Mit anderen Worten: Niemand mehr wird dem anderen Unrecht oder Gewalt antun. Selbst die Tiere fügen einander kein Leid mehr zu; das Schaf wird zum Freunde des Wolfes...

Umm e Ssalameh berichtet, dass der Prophet (s) kundtat:

"Mahdi (a) wird in der Gesellschaft eine Gerechtigkeit erstehen lassen, die die Lebenden zu dem Wunsch nach erneutem Leben ihrer Verstorbenen veranlasst, damit auch diese die alles erfassende Gerechtigkeit miterleben und genießen können."[1]

Imaam Baaqir (a) sagte in Erklärung des Koranverses:
Wisset und seid euch darüber im klaren, dass Gott die Erde nach ihrem Sterben zu neuem Leben erwecken wird,[2]

"Gott wird die Erde durch Imaam i Qaa`im (a) beleben, der in Gerechtigkeit walten und schalten und allüberall in der Welt - nachdem diese infolge Tyrannei und Ungerechtigkeit (sozusagen) erstorben war - Gerechtigkeit erstehen lassen wird."[3]

Imaam Ssaadiq (a) aber sprach:

"Bei Gott, Mahdis (a) Gerechtigkeit wird in Häuser und Stuben einziehen, ebenso wie Wärme und Kälte in diese einzudringen vermögen... "[4]

Diesen Riwaayaat ist zu entnehmen, dass in jener kommenden Zeit Tyrannei und Unrecht schwinden werden und allüberall auf Erden Gerechtigkeit einziehen wird...

Imaam Baaqir (a) interpretierte den Koranvers:
... sie, die, wenn wir ihnen die Herrschaft auf Erden geben, das Gebet verrichten,[5]

"Dieser Koranvers ward im Zusammenhang mit Imaam Mahdi (a) und seinen Gefährten hinabgesandt. Gott wird mittels ihrer Seine Religion offenkundig und ausschlaggebend machen, so dass keine Spur mehr von Tyrannei und Ketzerei bleiben wird.“[6]

Imaam Ridhaa (a) sagte hierzu:

"Wenn Imaam Mahdi (a) erscheint, wird er in der Gesellschaft die Waage der Gerechtigkeit sprechen lassen. Von jenem Tage an wird niemand mehr dem anderen Unrecht tun."[7]

Amir al mu`minaan Ali (a) sprach:

"Er (Mahdi) wird in der Bevölkerung, ob auf dem Lande oder in den Städten, in Gerechtigkeit walten und schalten."[8]

Dschaabir ibn Abdullaah Anssaari berichtet folgendes:

Jemand suchte Imaam Baaqir (a) auf und sagte: Nimm von mir diese fünfhundert Dirham, die die "Sakaat" meines Vermögens sind.

Der Imaam erwiderte:

"Nimm sie selber und gib davon deinen Nachbarn, den Notleidenden und bedürftigen Muslimen."

Und er fügte hinzu:

"Wenn sich Mahdi aus unserem "Ahl ul Bait" (a) erhebt, wird er die Reichtümer gleichmäßig verteilen und in Gerechtigkeit gegen alle verfahren. Wer ihm folgt, folgt damit Gott. Wer sich ihm jedoch widersetzt, widersetzt sich damit Gott.

Er wird "Mahdi" genannt, weil er rechtgeleitet ist.“ [9]

In der Zeit Imaam Mahdis (a) wird allüberall Gerechtigkeit herrschen. Auch im Zusammenhang mit der Erfüllung religiöser Pflichten kommt diese Gerechtigkeit zum Tragen.

Das heißt: Dem, der eine religiöse Pflicht zu erfüllen hat, wird angesichts der bisweilen nur begrenzten zur Verfügung stehenden Möglichkeiten der Vorzug vor dem eingeräumt, für den diese Verpflichtung nicht mehr besteht, wohl aber die betreffende Angelegenheit als "Empfohlenes" (mustahhabaat) vornehmen möchte.

Dass in der Zeit der Regie Imaam Mahdis (a), in der Islam und göttliche Herrschaft weit und breit auf Erden gegeben sein werden, auch den gottgegebenen ritualen Verpflichtungen in gebührender Weise entsprochen wird, ist völlig natürlich und verständlich. Dazu gehört zum Beispiel der abrahamitische Hadsch. Und da jene kommende Zeit – d.h. die Zeit der Regie Imaam Mahdis (a) - eine Zeit islamischer Herrschaft ist, steht selbstredend auch der Hadschpilgerung nichts mehr im Wege. In Scharen wird man zum Hadsch-Ritual nach Mekka, zur Kaaba reisen.

Es werden so unendlich viele Hadschpilger sein, die sich dort versammeln, dass für alle kein Raum sein wird. Weshalb Imaam Mahdi (a) den Vorzug jenen gibt, die zum Hadsch verpflichtet sind. Laut Imaam Ssaadiq (a) wird dies die erste Auswirkung der Gerechtigkeit des verheißenen Mahdis sein.

Imaam Ssaadiq (a) sagte:

"Ein erstes sichtbares Zeichen, das die Gerechtigkeit Imaam i Qaa`ims (a) offenbar macht, beruht in seiner Weisung, dergemäß jene, die wiederholt den "Hadsch" vollziehen, den "schwarzen Stein" (hadschar ul aswad) berühren und die ta`wuf (rituelles Umkreisen der Ka`ba) durchführen wollen, diese Möglichkeit zunächst denjenigen überlassen, die dieser Verpflichtung noch nicht nachgekommen sind."[10]





[1] "madschma`us sawaa`id", B. 7, S. 315; "al idhaa`ah, S. 119; "ihqaaq ul haq", B. 13, S. 294

[2] Sure 2, Vers 251

[3] "kamaal ud din", S. 668; "al muhadschdschah", S. 429; "nur us thaqalain", B. 5, S. 242; "yanaabi`ul mawaddah", S. 429; "bihaar ul anwaar", B. 51, S. 54

[4] Nu`maani, "ghaibah", S. 159; "isbaat ul hudaah", B. 3, S. 544; "bihaar ul anwaar"B. 52, S. 362

[5] Sure 22, Vers 41

[6] Qomi, "tafssir", B. 2, S. 87; "al muhadschdschah", S. 143; "ihqaaq ul haq", B. 13, S. 341

[7] "kamaal ud din", S. 372; "kafaayat ul athar", S. 270; "i`laam l waraa", S. 408; "kaschf ul ghummah"B. 3, S. 314; "fawaa`id ul ssimtain",
B. 2, S. 336; "yanaabi`ul mawaddah", S. 448; "bihaar ul anwaar", B. 52, S. 321; "ghaayat ul maraam", S. 696; "ihqaaq ul haq", B. 13, S. 364

[8] "isbaat ul hudaah", B. 3, S. 496

[9] "aqd ud durar", S. 39; "ihqaaq ul haq", B. 13, S. 186

[10] "kaafi", B. 4, S. 427; "man laa yahdhuruh ul faqih", B. 2, S. 525; "bihaar ul anwaar", B. 52, S. 374

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