8- Gegenseitige Unterstützung der Glaubensgeschwister

8- Gegenseitige Unterstützung der Glaubensgeschwister

Ishaaq berichtet, dass er bei Imaam Ssaadiq (a) war, als dieser über die Unterstützung der Glaubensgeschwister untereinander sprach und sagte:

"Wenn der Imaam i Qaa`im (a) erscheint, wird die Hilfe für Glaubensgeschwister zur Pflicht gesetzt. Dann sind alle verpflichtet, einander zu helfen und zu stärken."[1]


9- Grund- und Bodenregelung (Immobilien)

Imaam Ssaadiq (a) sagte:

"Wenn sich unser Qaa`im (a) erhebt, wird Großgrund-Besitz fortfallen. Großgrundbesitzer wird es dann nicht mehr geben."[2]

Großgrundbesitz, wie beispielsweise der Besitz ganzer Dörfer, weiter Ländereien oder aber Burgen etc., die in die Hand von Lokalfürsten, kleiner Herrscher, Feudalherren usw. gerieten, werden dem Imaam der Zeit (a), nach dessen Erscheinen, zugeordnet („Bayt ul Maal“ bzw. Öffentliches Guthaben)


10- Vermögensregelungen

Ma`aadh ibn Kathir überliefert von Imaam Ssaadiq (a) folgendes Wort:

"Den Vermögenden unser Schi`ah steht es frei, das, was sie erwerben, (selber) auf gutem Wege zu nutzen.

Doch wenn sich unser Qaa`im erhebt, wird ihnen das Anschaffen (Anhäufen) von Reichtümern verwehrt sein, es sei denn, sie würden sie Imaam Mahdi (a) überlassen, auf dass dieser sie auf dem Wege seiner Bewegung gegen Tyrannei und Tyrannen nutze.

Das aber ist das, was Gott im Heiligen Koran sagt:
Dem aber, der Gold und Silber anhäuft und es nicht auf dem Wege Gottes hingibt, verheiße Schmerzliches.[3] [4]




b) Moscheen-Korrektur

1- Zerstörung der Moschee von Kufeh und Qibla-Korrektur Asbakh ibn Nabaatah berichtet, dass Amir al mu`minaan Ali (a) bei seinem Betreten der Moschee von Kufeh - die in jenen Tagen aus einfachen Lehmziegeln errichtet war, sagte:

"Weh dem, der dich zerstörte! Weh dem, der deine Zerstörung leicht machte! Weh dem, der zu deinem Bau einfache Lehmziegel und Rohr verwendete und die Qibla Noahs (a) veränderte."[5]

Er fügte hinzu:

"Wohl denen, die deine Zerstörung in den Tagen des Qaa`im unseres "Ahl l Baits" miterleben. Sie sind die Guten der Gemeinde, die die Guten aus dem Hause Muhammads (s) begleiten."[6]

Auch sagte Imaam Ali (a):

"Kein Zweifel, wenn sich unser Qaa`im erhebt, wird er die Moschee von Kufeh zerstören und ihre Gebetsrichtung korrigieren."[7]


2- Keine hochragenden und wegbehindernden Moscheen

Abu Bassir überliefert von Imaam Baaqir (a) dieses:

"Wenn sich unser Mahdi erhebt, wird er vier Moscheen in Kufeh zerstören und kein überragendes Moscheengebäude bestehen lassen. Er wird ihnen ihre (Über-)Höhe nehmen und sie einfach und ohne Prunk herrichten.

Jedwede wegversperrende Moschee aber wird er einreißen.“[8]

Möglicherweise sind mit den in der Riwaayat genannten vier Moscheen jene vier gemeint, die die Feldherren des Yasid nach der Tötung Hussains (a) errichteten, um dadurch ihrer Freude über den Tod Imaam Hussains Ausdruck zu verleihen. Besagte vier Moscheen wurden später als "Verfluchte Moscheen", als „massaadschid ul mal`unah“, bezeichnet.

Diese vier Moscheen bestehen nicht mehr, doch ist nicht ausgeschlossen, dass sie von den Widersachern "Ahl l Baits" (a) erneut aufgebaut werden.[9]

Imaam Baaqir (a) sagte bezüglich dieser Moscheen:

"In Kufeh wurden, in ihrer Freude über die Tötung Hussains (a), vier Moscheen gebaut, namens: "Asch`ath-Moschee", "Dschurayr-Moschee", "Ssammaak-Moschee" und "Schabath-ibn-Rabi`i-Moschee".[10]


3- Keine hochragenden Minarette

Abu Haaschim Dscha`fari berichtet, dass er zugegen war, als Imaam Hassan Askari (a) kundtat:

"Wenn sich unser Qaa`im erhebt, wird er die Beseitigung der Minarette und sonstiger Unzulänglichkeiten der Moscheengebäude anordnen"

Abu Haaschim habe sich daraufhin insgeheim gefragt, warum Imaam Mahdi (a) wohl diese Anordnung treffe. Imaam Hassan Askari (a) habe sich ihm zugewandt und erklärt: "Darum, weil es ketzerische Neuerungen sind; diese (prunkvollen und überaus hochragenden) Bauelemente sind weder vom Propheten noch von einem der Imaame eingeführt worden."[11]

Schaykh i Ssaduq gibt eine Überlieferung wieder, welche besagt:

Als Amir al mu`minaan Ali (a) an einer Moschee mit hohem Minarett vorüberkam an, ordnete er dessen Beseitigung an.[12]

Madschlessi der Erste erklärte, dass dieser Riwaayat zu entnehmen ist, dass hohe Minarette untersagt (haraam) sind, weil es nicht rechtens ist, dass hohe Gebäude bzw. Bauelemente den Einblick in die Häuser der Muslime (und damit deren Privatsphäre) ermöglichen.

Die meisten Rechtsgelehrten aber sind der Meinung, dass mit dieser Riwaayat[13] auf ein Nicht-Empfohlensein (makruh) hoher Bauten und Bauelemente hingewiesen werde.

Laut Überlieferung Mas`udis und Tabarssis befahl Imaam Ali (a) die Zerstörung der „Minbare“[14].[15]


4- Keine hohen Moscheendächer und Minbare

Von Imaam Baaqir (a) wird folgendes Wort überliefert:

"Das erste, mit dem Imaam Mahdi (a) beginnen wird, sind (hochragende) Moscheendächer. Er wird sie fortnehmen und an deren Stelle ein "Arisch i Mussaa"[16], anbringen lassen."[17]

Das in dieser Riwaayat erfolgende Vorgehen wird als "mustahhab"[18] interpretiert, da das Nichtvorhandensein von Trennendem zwischen Betenden und Himmel empfohlen ist und zu den gottwohlgefälligen Faktoren zählt, die die Innigkeit des Gebetes fördern.





[1] Ssaduq, "mussadiqat ul akhawaan", S. 20; "isbaat ul hudaah", B. 3, S. 495

[2] "qurb ul asnaad", S. 54; "bihaar ul anwaar", B. 52, S. 309 u. B. 97, S. 58; "isbaat ul hudaah", B. 3, S. 523, 584; "bischaarat ul islaam", S. 234

[3] Sure 9, Vers 36

[4] "kaafi", B. 4, S. 61; "at tahsib", B. 4, S. 143; Ayyaaschi, "tafssir", B. 2, S. 87; "al muhadschdschah", S. 89; "tafssir ssaafi", B. 2, S. 341; "tafssir burhaan", B. 2, S. 121; "nur ul thaqalain", B. 2, S. 213; "bihaar ul anwaar", B. 73; S. 143; "mir aat ul uquul", B. 16, S. 193

[5] Der Autor fügt an dieser Stelle hinzu, dass es in dieser Riwaayat nicht um die Baumaterialien geht, sondern um eine bestimmte Person, die die Moschee zerstörte und wieder aufbaute.

Wie aus der Geschichte zu erfahren es, geschah dies in der Zeit es Mughairat ibn Scho`bah, eines erbitterten Feindes Ahl l Baits (a).

[6] Tussi, "ghaibah", S. 283; "isbaat ul hudaah", B. 3, S. 516; "bihaar ul anwaar", B. 52, S. 332

[7] Nu`maani, "ghaibah", S. 317; "bihaar ul anwaar", B. 52, S. 364; "mustadrak l wassaa`il", B. 3, S. 369 und B. 12, S. 294

[8] "man laa yahdhuruh ul faqih", B. 1, S. 53; "bihaar ul anwaar", B. 52, S. 333; "isbaat ul hudaah"B. 3, S. 517, 556; "asch schi`ah war radsch ah", B. 2, S. 400; vergl: "man laa yahdhuruh ul faqih", B. 1, S. 232; "irschaad", S. 365; ""rawdhat ul waa`isiin", B. 2, S. 264

[9] Mahdi i mu`ud", S. 941; "al ghaaraat", B. 2, S. 324, Fußnote

[10] "bihaar ul anwaar", B. 45, S. 189

[11] Tussi, "ghaibah", S. 123; Ibn Schahr Aschub, "manaaqib", B. 4, S. 437; "i`laam l waraa", S. 355; "kaschf ul ghummah", B. 3, S. 208; "isbaat ul hudaah", B. 3, S. 412; "bihaar ul anwaar", B. 50, S. 215 und B. 52, S. 323; "mustadrak l wassaa`il", B. 3, S. 379, 384

[12] "man laa yahdhuruh ul faqih", B. 1, S. 155

[13] "rawdhat ul mutaqqin", B. 2, S. 109;

[14] “minbar”, hoher Kanzelstuhl

[15] "isbaat l wassiah", S. 215; "i`laam ul waraa", S. 355

[16] Gemeint ist damit eine Art Sonnendach, aus Palmwedeln hergestellt. Dass sie an Stelle der Moscheen-Decken eingesetzt werden, mag darin beruhen, dass die Moscheen-Decken in der Zeit vor dem Erscheinen des Imaam an Einfachheit verloren haben und voller übertriebenem Prunk sind. Das gleiche gilt für die Minbare, die so prunkvoll gehalten sein werden, dass sie ihren eigentlichen Sinn und Zweck aus der Hand gegeben haben und nurmehr dem Prunken und Protzen gewalttätiger und skrupelloser Herrscher jener Tage dienen und deren Macht demonstrieren.

[17] "man laa yahdhuruh ul faqih", B. 1, S. 153; "isbaat ul hudaah", B. 3, S. 425; "wassaa`ilusch schi`ah", B. 3, S. 488; "rawdhat ul mutaqqin", B. 2, S. 101

[18] „mustahhab“: empfehlenswert

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