7- Satan

7- Satan

Wahab ibn Dschami` berichtet, dass er Imaam Ssaadiq (a) fragte:

Gott sagte zu Satan, dass Er ihm eine Frist bis zu einem bestimmten Tag eingeräumt habe. Wann wird dieser Tag gekommen sein?

Der Imaam erwiderte:

"Meinst du, dass dieser Tag der Auferstehungstag sein wird? Gott wird Satan bis zum Tage des Erscheinens unseres Mahdis eine Frist geben. Wenn Gott Mahdi anweist, zu erscheinen (um sich gegen das Unrecht zu erheben), wird er zur Moschee von Kufeh gehen. Zur gleichen Zeit aber wird Satan auf den Knien dorthin rutschen und klagen: Weh mir heute...

Imaam Mahdi (a) aber wird ihn bei der Stirn ergreifen und ihm den Kopf abtrennen.

Damit ist jener Zeitpunkt gekommen, an dem die Satan gegebene Frist abgelaufen ist."[1]



Siebtes Kapitel






Neubelebung
der Tradition Muhammads (s)



Ebenfalls bezüglich einiger neuer Gesetze und einer entsprechenden Rechtsprechung Imaam Mahdis (a) als auch der Reformen, die er durchführen wird, gibt es zahlreiche Riwaayaat. Es handelt sich dabei um Gesetze, die mit der bisherigen (islamischen) Rechtswissenschaft und dem „äußeren Bild“ der Riwaayaat und prophetischen Tradition nicht ganz konform gehen.

Dazu gehören beispielsweise Regelungen, die das „brüderliche Erbe“ in der sogenannten „Dhar-Welt“[2] betreffen als auch jene Bestimmungen, die die Todesstrafe für Alkoholtrinker, für jene, die nicht zu Gott beten, für Lügner und untersagte Transaktionen mit Gläubigen betreffen. Zudem aber Anweisungen, die beispielsweise das Kürzen hoch hinaufragender Minarette und Moscheendächer und ebenfalls einige Vorgehensweisen Imaam Mahdis (a), über die wir gerade eben sprachen, angehen.

Riwaayaat, in denen von Veränderungen hinsichtlich Gesetz und Rechtsprechung, Tradition, Bittgebeten und Schriften die Rede ist, sind nicht als "Neubelebung der Tradition Muhammads (s)" einzustufen, da sie so gravierend sind, dass gesagt wird: "Mahdi bringt eine neue Religion".

Jedenfalls aber: Falls nachgewiesen ist, dass Riwaayaat, in denen von Veränderungen die Rede ist, tatsächlich von den Imaamen (a) sind, sollte folgendes bedacht werden:

1- Die Voraussetzungen und Bedingungen zur Durchführung einiger göttlicher Gebote, wenngleich sie von Gott bereits festgelegt wurden, sind erst in der Zeit des Erscheinens Imaam Mahdis (a) gegeben. Er wird sie bekanntgeben und für ihre Realisierung sorgen.

2- Im Verlaufe der Zeit wird es, und zwar verursacht durch Tyrannen, Toren und Betrüger, zu einigen Entstellungen und Abänderungen im gottgegebenen Gesetz kommen. Imaam i Qaa`im (a) wird sie jedoch nach seinem Erscheinen berichtigen und wieder "ins rechte Lot" bringen.

Im Buch "Al qawl l mukhtassar" heißt es: "Ketzerische Neuerungen wird er nicht bestehen lassen, und an Traditionen bleibt nichts als nur das, was er wiederbelebt."[3]

Bei der Ausarbeitung der göttlichen Gebote, bei der eine Reihe Regeln und Bestimmungen mitberücksichtigt werden, kann es ab und an geschehen, dass ein Gesetz erarbeitet wird, das mit dem „Kern“ des betreffenden Gebotes nicht übereinstimmt, wenngleich die Schlussfolgerung, zu der der Rechtsgelehrte bei seiner Ausarbeitung fand, für ihn und jene, die ihm folgen, religionsrechtlich verbindlich ist.

Doch wenn Imaam Mahdi (a) die Regie in die Hand nimmt, wird er den wahren Sinn der Gebote bekanntgeben.

4- Einige religionsgesetzliche Regelungen betreffen bestimmte Situationen, Ausnahmefälle bzw. Zeiten, in denen die "taqiyyah"[4] angebracht ist. Diese aber fällt in der Zeit Imaam Mahdis (a) weg und damit natürlich auch die Taqiyyah-Regelungen.

Imaam Ssaadiq (a) sagt in diesem Zusammenhang:

"Wenn unser Qaa`im erscheint, fällt die "taqiyyah" fort. Er wird den Feinden mit der Waffe entgegentreten. Sie werden gegen ihn das Schwert ziehen und er gegen sie..."[5]

Mit einigen Riwaayaat zu oben genannten Punkten wollen wir uns begnügen:

In einem Hadith sagt Imaam Ssaadiq (a) unter anderem und zwar sehr ausführlich, gerichtet an die Muslime:

"Es ist an euch, uns zu folgen und uns die Dinge zu überlassen. Tragt euch in der Erwartung unserer und eurer Herrschaft und unserer und eurer Erleichterung. Wenn unser Qaa`im erscheint, unser Sprecher das Wort ergreift und euch den Koran, die göttlichen Gebote und religiösen Weisungen - und zwar genauso, wie sie Muhammad (s) hinabgesandt wurden - aufs neue lehrt, werden eure „Gelehrten“ Einspruch erheben. Ohne sein konsequentes Vorgehen würdet ihr nicht auf dem Wege Gottes und Seiner Religion verbleiben.

Gott hat die (prophetische) Tradition der vorausgegangenen Völker auch diesem Volk gesetzt. Doch sie veränderten sie und entstellten die Religion. Kein (göttliches) Gebot ward von ihnen befolgt, sie veränderten es und beließen es nicht bei dem, wie es (dem Gesandten Gottes ) offenbart ward.

Gott möge dich in Sein Erbarmen einschließen. Tu, was dir geboten ist, bis dass der, der die Religion neubeleben wird, erscheint.“[6]

Auch sagte Imaam Ssaadiq (a):

"Wenn sich „Imaam i Qaa`im“ erhebt, wird er aufs neue zum Islam einladen und den islamischen Weg zeigen, denn da der Islam entstellt wurde, irrten die Menschen von ihm ab."[7]

Dieser Riwaayat ist zu entnehmen, dass Imaam Mahdi (a) keine neue Religion bringen wird, sondern die Menschen, da sie vom wahren Islam abkamen, erneut zu ihm einlädt, und zwar so, wie der Prophet den Islam lehrte und zu ihm einlud.

Imaam Ssadiq (a) sagte zu Buraid:

"O Buraid, wahrlich, nichts mehr, das Gott betrifft, ist ihnen heilig. Alles verwerfen und zerfleddern sie. Das Wort Gottes und die Tradition des Propheten werden auf Erden in keinster Weise mehr beachtet. Seit dem Tag, da Amir al mu`minaan Ali (a) dahinschied, wurden die göttlichen Weisungen nicht mehr richtig befolgt."

Er fügte hinzu:

"Bei Gott, die Erdentage und -nächte werden nicht eher beendet sein, als bis dass Gott zuvor die Toten zu Leben erweckt, die Lebenden den Tod finden lässt, das Recht dem, dem es gehört, zurückgibt und Seiner Religion zu (neuem) Leben verhilft.

Seid frohgemut! Seid fohgemut, denn - bei Gott! - in eurer Hand, allein in eurer Hand liegt die Wahrheit!"[8]

Diese Riwaayat gibt darüber Auskunft, dass die Veränderungen, die mit dem Erscheinen Imaam Mahdis (a) eintreten werden, jene, die nicht zur Schi`ah gehören, mehr betreffen wird als die Schi`ah, wenngleich auch dieser einiges neu sein wird.

Und nun, in drei Abschnitten, zu Veränderungen und Reformen, die in der Zeit Imaam Mahdis (a), des Imaam der Zeit, vorgenommen werden, und zwar bezüglich neuer Gebote, Reformen, architektonischer Korrekturen als auch neuer Punkte in der Rechtsprechung.





[1] Ayyaaschi, "tafssir", B. 2, S. 243; "isbaat ul hudaah", B. 3, S. 551; "taffsir Ssaafi", B. 1, S. 906; "tafssir burhaan", B. 2, S. 343; "bihaar ul anwaar", B. 60, S. 254;

Alaameh Tabaatabaa`i zitiert zu diesem Thema eine weitere Überlieferung aus der Qomi-Kommentation und schreibt: Die genannte Ahl-ul-Bait-Riwaayaat wird zur Kommentation der meisten Qiaamat-Aayaat hinzugezogen. Diese Aayaat werden bisweilen im Zusammenhang mit dem Erscheinen Imaam Mahdis (a), manchmal im Zusammenhang mit „radsch`at“ – Aufbruch - und ab und an im Zusammenhang mit der Auferstehung stehend kommentiert. Möglicherweise aus dem Grunde, weil diesen drei Tagen das Ans-Tageslicht-Treten von Wahrheiten gemeinsam ist, wenngleich die Intensität dieses den drei Tagen gemeinsamen Phänomens unterschiedlich ist. („Al-misaan fi Qur`aan“, B. 12, S. 184 ud. „al radsch`ah fi ahaadith l fariqin“)

[2] Dhar-Welt: Epoche vor dem Diesseits

[3] "al qawl ul mukhtassar", S. 20

[4] "taqiyyah": Geheimhaltung gegenüber dem Feind

[5] "ta`wil ul aayaat us saahirah", B. 2, S. 540; "isbaat ul hudaah", B. 3, S. 564

[6] Kaschi, "ridschaal", S. 138; "isbaat ul hudaah", B. 3, S. 560; "bihaar ul anwaar", B. 2, S. 246; "al awaalim", B. 3, S. 558

[7] Mufid, "irschaad", S. 364; "rawdhat ul waa`isiin", B. 2, S. 264; "i`laam ul waraa", S. 431; "bihaar ul anwaar", B. 51; S. 30

[8] "at tahsib", B. 4, S. 96; "malaa sul akhiaar", B. 6, S. 258

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