Moral in der Zeit vor dem Erscheinen Mahdis (a)

Moral in der Zeit vor dem Erscheinen Mahdis (a)

a) Gefühlskälte

 

Der Gesandte Gottes (s) schildert das menschliche Empfinden in jenen Tagen wie folgt:

"Erbarmungslos verfahren die Großen mit den Kleinen und Untergeordneten. Der Stärkere kennt keine Gnade mit dem Schwächeren.

 

In jener Zeit ist es, da Gott ihm (Mahdi) die Erlaubnis zu Erscheinen und Aufbruch (gegen das

weltweite Unrecht) erteilt."[1]

 

Und:

"Sein Aufbruch erfolgt, wenn die Zeit gekommen ist, da der Mann (in großer Armut) seine Angehörigen beschwört und sie, an ihre familiäre Zugehörigkeit erinnernd, anfleht, ihm unter die Arme zu greifen. Doch sie verweigern es ihm, oder der (in Not geratene) Nachbar seine Nachbarn, sie bei ihrer Nachbarschaft beschwörend, um Hilfe bittet, sie ihn jedoch abweisen."[2]

 

Auch:

"Zu den Zeichen seines (nahenden) Aufbruchs gehören schlechtes Verhalten der Nachbarn untereinander und das Zerreißen der Familienbande."[3]

 

Da in einigen Riwaayaat[4] der Begriff "as ssaa`ah" als "Erscheinen Imaam Mahdis gedeutet wird, interpretieren wir "aschraat us ssaa`ah" ebenfalls als "Anzeichen seines Erscheinens".

 

b) Demoralisierung

 

Entgleisungen und moralisches Fehlverhalten können möglicherweise noch irgendwie erträglich sein, mit Ausnahme sexueller Abwegigkeiten, die menschlicher Würde und Ehrgefühl unerträglich sind.

Zu dem, dem die menschliche Gesellschaft in der Zeit vor dem Erscheinen Imaam Mahdis (a) ausgesetzt ist, zählen fehlende Sicherheit für die Familien, Ehrverletzung und Würdelosigkeit.

 

In jenen Tagen werden Verderbnis und moralische Zügellosigkeit in hohem Maße anwachsen und Auswüchse annehmen. Obszönität und niedriges, primitives Verhalten werden in der menschlichen Gesellschaft gang und gebe werden und mehr und mehr menschliches Empfinden verdrängen. Sie nehmen so stark überhand, dass sich ihnen niemand mehr in den Weg stellen kann oder will.

 

Die Festlichkeiten, die anläßlich der 2500-Jahr-Feier iranischer Monarchie (auch als Schiraser Kunst-Festival bezeichnet) im Jahre 1971, also in der Herrschaftszeit des Mohammad-Resa Pahlawi, stattfanden und von obszönsten Szenen begleitet waren, riefen noch den Protest der empörten islamischen Gesellschaft Irans hervor. Auf die Häßlichkeiten und unvorstellbare Amoral, die sich vor dem Erscheinen Imaam Mahdis (a) abspielen werden, wird jedoch keine Reaktion mehr erfolgen. Nichts geschieht als höchstenfalls, dass jemand vorschlägt, derlei Obszönitäten vor den Augen der Öffentlichkeit, an publikumsreichen Plätzen etc., besser unterbleiben zu lassen. Und das wird schon der heftigste Einspruch gegen solcherlei Häßlichkeiten sein, mehr wird dagegen nicht erfolgen. Ganz abgesehen davon, dass es in jenen kommenden Tagen Tugendhaftere als den, der in dieser Weise moniert, gar nicht geben wird.

 

Doch nun ein Blick auf diesbezügliche Riwaayaat, um ein ungefähres Bild von den katastrophalen Zuständen, die mit dem Erlöschen der islamischen bzw. menschlichen Werte und dem Überhandnehmen von Amoral einhergehen werden, vermitteln zu können.

 

Der Gesandte Gottes (s) sprach: "Dann wird sich Mahdi (a) erheben, wenn es soweit gekommen ist, dass die Frau am hellichten Tag und vor aller Augen ergriffen und ihr auf offener Straße Gewalt angetan wird. Niemand aber wird sein, der dagegen protestiert und einschreitet. Der beste unter den Leuten wird dann der sein, der sagt: "Wäre dies doch abseits der Straße geschehen..."[5]

 

Auch sagte er: "Bei dem, in dessen Hand Muhammads Leben ist, der Untergang dieser Gesellschaft ist gekommen, wenn den Frauen aufgelauert wird, sie ergriffen und (auf offener Straße) vergewaltigt werden.

 

Der beste der Leute wird dann der sein, der angesichts dessen sagt: "Hätte man dies doch hinter einer Mauer getan und nicht vor den Augen aller!"[6]

 

Auch ähnliches wird von ihm überliefert: "Wie Tiere werden sie auf offener Straße übereinander herfallen. Sie werden sich an Mutter, Schwester und Tochter vergreifen und sie, in aller Öffentlichkeit, vergewaltigen. Danach stellen sie sie (die Vergewaltigten) anderen zur Verfügung, die mit ihnen das gleiche tun. Niemand aber wird dagegen protestieren oder aber einschreiten. Der beste von ihnen ist dann der, der sagt: Besser wäre gewesen, sie hätten dies ein wenig abseits der Straße und nicht vor aller Augen  getan."[7]

 

c) Amoral

 

Muhammad ibn Muslim berichtet folgendes: Ich fragte Imaam Baaqir (a): O Sohn des Gesandten Gottes, wann wird der aus deinem Hause, der sich erheben wird, erscheinen?

 

Der Imaam antwortete: "Dann, wenn sich die Männer wie Frauen geben und die Frauen wie Männer. Dann, wenn die Männer Befriedigung mit Männern (Homosexualität) und Frauen mit Frauen (Lesbiertum) suchen."[8]

 

Gleiches erfahren wir aus einer Riwaayat, die von Imaam Ssaadiq (a) überliefert wird.[9]

Abu Hurairah überliefert vom Propheten folgenden Ausspruch: "Erscheinen und Aufbruch (zur Weltrevolution Mahdis) werden dann erfolgen, wenn sich die Männer einander in Häßlichkeiten überbieten, ebenso wie dies im Zusammenhang mit den Frauen der Fall sein wird."[10] Auch andere Riwaayaat, die das gleiche besagen, gibt es.[11]

 

 

d) Kein Wunsch nach Kindern

 

Der Prophet des Islam (s) sprach: "Dann wird er (Mahdi) kommen, wenn der, dem fünf Kinder geboren wurden, sich wünscht, nur vier zu haben, der, der vier Kinder sein eigen nennt, lieber nur drei hätte, dem, dem drei Kinder gegeben sind, zwei Kinder lieber wären, jener aber, der zwei Kinder hat, lieber nur eines hätte und der, der nur ein Kind hat, seufzt: "Ach hätte ich doch gar kein Kind."[12]

 

Aus einer anderen Riwaayat, die von ihm überliefert wird, erfahren wir: "Es wird eine Zeit kommen, da ihr den, der wenige Kinder hat, beneiden werdet, dieweil ihr heute dem nacheifert, dem viele Kinder und reichlicher Besitz gegeben sind. Eine Zeit wird anbrechen, da ihr euch, wenn ihr am Grab eures Bruders vorbeikommt, auf es werft und jammert: Wäre ich doch an seiner Stelle!

 

Nicht deswegen, weil ihr euch nach der Begegnung mit Gott sehntet oder aber euch guter Werke, die ihr vorausschicktet, sicher wäret, sondern des Unheils und Übels wegen, das über euch hereinbricht."[13]

 

Auch tat er kund: "Erscheinen und Aufbruch (Imaam Mahdis) werden dann erfolgen, wenn nur noch wenige Kinder geboren werden."[14]

 

In dieser Riwaayat erscheint im arabischen Original ein Begriff, der soviel wie Schwangerschaftsabbruch oder aber "Schwangerschaftsverhütung" bedeutet, dieweil in einer anderen Riwaayat stattdessen von Verärgerung und Grimm die Rede ist.

 

Jedenfalls aber, in jenen kommenden Tagen wird durch Schwangerschaftsabbruch  bzw. -verhütung dem Kindersegen vorgebeugt. Darum, weil Geburten  bzw. Nachwuchs als Anlass zu Verdruss und Sorge betrachtet werden. Grund dafür können beispielsweise eine schlechte Wirtschaftslage, ungesunde Kinder, die zur Welt kommen oder aber fehlende Publikations-Möglichkeiten bezüglich einer rechtverstandenen Geburtenkontrolle und derlei mehr sein.

 

e) Ungeschützte Familien...

 

Der Gesandte Gottes (s) sprach: "Zu den Zeichen des baldigen Erscheinens Imaam Mahdis (a) gehört, dass - angesichts der vielen Frauen - die Zahl der Männer ständig abnimmt. Es wird soweit kommen, dass es für fünfzig Frauen nur einen männlichen Schutz gibt."[15] [16]

 

Dies mag möglicherweise darauf zurückzuführen sein, dass eine hohe Anzahl Männer in aufeinanderfolgenden Kriegen ums Leben kommen.

 

Auch teilte Prophet Muhammad mit: "Dann wird er erscheinen[17], wenn eine Zeit angebrochen ist, in der etwa dreißig Frauen hinter einem Mann herlaufen und jede von ihnen ihn bittet, sie zu ehelichen."[18]

Und in einer anderen Riwaayat lesen wir folgendes Prophetenwort: "Gott wird seine Freunde und Auserwählten von den übrigen trennen, bis die Erde von Heuchlern und Abwegigen bereinigt sein wird.

 

Es wird eine Zeit kommen, da ein Mann fünfzig Frauen gegenübersteht. Die eine sagt zu ihm: Kaufe mich, dieweil die andere ihn bittet: Gib mir Zuflucht."[19]

 

Anas berichtet: Der Prophet (s) sprach: "Dann wird (Mahdi) erscheinen, wenn der Zeitpunkt gekommen ist, da (infolge großen Männersterbens und Frauen-Überschusses) die Frau angesichts eines auf dem Boden liegenden (Männer-) Schuhs seufzt: Dieser Schuh gehörte einem Mann... In jener Zeit wird es für fünfzig Frauen nur einen männlichen Schutz geben."[20]

 

Auch folgendes überlieferte Anas: Soll ich euch ein Prophetenwort, das ich hörte, sagen? Der Prophet (s) sprach: "Die Männer werden umkommen, die Frauen aber bleiben..."[21]



[1] "bihaar ul anwaar", B. 52, S. 380, vergl. B. 36, S. 335

[2] Schadschari, "amaali", B. 2, S. 271

[3] "akhbaar isbahaan", B. 1, S. 274; "ferdouss ul akhbaar", B. 4, S. 5; "ad durr ul manthur", B. 6, S. 50; "dscham`ul dschawaami`", B. 1, S. 845; "kans ul `ummaal", B. 14, S. 240 

[4] Vergl.: "tafssir i Qomi", B. 2, S. 340; "kamaal od din", B. 2, S. 465, "tafssir Ssaafi", B. 5, S. 99; "nur us thaqalain", B. 5,S. 175, "isbaat ul hudaa", B. 3, S. 553; "kaschf ul ghummah", B. 3, S. 280; Schaafi`i, "al bayaan", S. 528; "as ssawaa`iq ul muhiraqah", S. 162,

zu den Begriffen: "yawm us suhuur", "yawm ul karrah", "yawm ul qiaamah" in "al misaan", B. 2, S. 108 nachlesen

[5] "aqd ud durar", S. 333; Haakim, "mustadrak", B. 4, S. 495

[6] "al mu`dscham ul kabir", B. 9, S. 119; "ferdus ul akhbaar", B. 5, S. 91; "madschma`us sawaa`id, B. 7, S. 217

[7] Ibn Taawus, "malaahim", S. 101

[8] "kamaal od din", B. 1, S. 331

[9] "mukhtassar isbaat ur radsch`ah", S. 216; "isbaat ul hudaa", B. 3, S. 570; "mustadrak ul wassaa`il", B. 12, S. 335

[10] "ferdouss ul akhbaar", B. 5, S. 226; "kans ul ummaal", B. 14, S. 249

[11] a) Originalworte Imaam Ssaadiqs (a) in: "kaafi",  B. 8, S. 39; "bihaar ul anwaar", B. 52, S. 257; "bischaarat ul islaam", S. 133,

b) Originalworte in: "kaafi", B. 8, S. 38; "bihaar ul anwaar", B. 52, S. 257

c) Originalworte in: "bischaarat ul islaam", S. 76, "ilsaam un naassib", S. 121

d) Originalworte Imaam Ssaadiqs (a) in: "kaafi", B. 8, S. 38; "bihaar ul anwaar", B. 52, S. 457

e) Originalworte Imaam Ssaadiqs (a) in: "Kaafi", B. 8, S. 38 und ein weiteres in "bischaarat ul islaam", S. 36, 76, 123

f) Originalworte: "bischaarat ul islaam", S. 23; "ilsaam un naassib", S. 181 

[12] "ferdouss ul akhbaar", B. 5, S. 227

[13] "al mu`dscham ul kabir", B. 10, S. 12

[14] "asch schi`ah war radsch`ah", B. 1, S. 151; "ferdouss ul akhbaar", B. 5, S. 221; "al mu`dscham ul kabir", B. 10, S.281; "bihaar ul anwaar", B. 34, S. 241

[15] Tiaalassi, "masnad", B. 8, S. 266; Ahmad, "masnad", B. 3, S. 120; Turmisi, "ssunan", B. 4, S. 491; Abu Ya`laa, "masnad", B. 5, S. 273; "holiat ul awliaa`", B. 6, S. 280; "dalaa`il un nubuwwah", B. 6, S. 543; "ad durr ul manthur", B. 6, S. 50;

[16] Mit den genannten Zahlen sind „viele“ gemeint.

[17] "ferdouss ul akhbaar", B. 5, S. 509

[18] Anmerkung des Autors: Wegen vieler Kriege und dem damit verbundenen Männersterben wird es zu einem Frauenüberschuss kommen. Zudem wird es infolge des fehlenden Wunsches der Männer nach Heirat und Ehe eine hohe Zahl lediger Frauen geben.

[19] Mufid, "amaali", S. 144; "bihaar ul anwaar", B. 52, S. 250

[20] "aqd ud durar", S. 232; ferdouss ul akhbaar", B. 5, S. 225

[21] Ahmad, "masnad", B. 3, S. 377

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